Mönchspfeffer – Wundermittel bei PMS und Fruchtbarkeitsstörungen

Mönchspfeffer
Möchspfeffer gilt als eines der Geheimmittel bei Fruchtbarkeitsstörungen und PMS Störungen.
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Die Pflanze mit dem Namen Mönchspfeffer ist auch bekannt als Keuschbaum, Keuschlamm, Liebfrauenbettstroh oder Tanis. Verwendung findet sie in einigen medizinischen Bereichen, wie in der Behandlung vom Prämenstruellen Syndrom u.v.m. Geografisch erstreckt sich die Herkunft des Mönchspfeffers im Mittelmeerraum, über Südwestasien bis zur Krim im Schwarzen Meer.

Mönchspfeffer – ein unterschätzter Eintrag im Heilpflanzen-Lexikon

Der botanische Name von Mönchspfeffer lautet vollständig Vitex agnus-castus Verbenaceae und er gehört in die Familie der Eisenkrautgewächse. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 1 bis 6m mit verholztem Stamm. Der Wuchs ist baum- oder strauchartig, wobei die Zweige vierkantig und grau gefilzt sind. Der ährenartige Blütenstand ist blau, seltener rosa oder weiß, und intensiv duftend. Zur Verwendung kommen die reifen, getrockneten Früchte des Mönchspfeffers (Fructus agni-casti). Diese sind rund, manchmal oval und haben eine Größe von 3–4 mm. Sie beinhalten rötliche bis schwarze, viersamige Steinfrüchte. Für die Arzneimittelverwendung sind die Inhaltsstoffe

  • Iridoide,
  • Flavonoide,
  • Diterpene,
  • ätherische Öle
  • und fettes Öl von Bedeutung.

Was die einzelnen Inhaltsstoffe von Mönchspfeffer im Detail bewirken können, zeigt die folgende Tabelle:

Iridoide Iridoide sind Pflanzenstoffe, die sich in den Blattpflanzen befinden. Pflanzen produzieren diese Stoffe selbst, um sich vor etwaigen Fressfeinden zu schützen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Iridoide heute Flavonoiden und Carrotinioden überlegen sind, was ihre positive Wirkung von Mönchspfeffer auf das Gesundheitssystem angeht. Besonders wird in diesem Zusammenhang ihre Funktion als Heilmittel gegen Stress-Symptome betont, die in der Medizin als adaptogene Wirkung bezeichnet wird.
Flavonoide Auch Flavonoide sind pflanzliche Schutzschilder, um vor Umwelteinflüssen zu schützen. Zudem sind sie buchstäblich sichtbar, denn sie sind mitunter für die Farbgebung an Pflanzen sichtbar. Im menschlichen Körper haben Flavonoide ebenfalls eine Schutzfunktion. Sie agieren als Antioxidantien und kämpfen dabei gegen die freien Radikalen an, wie heute Sauerstoffverbindungen im Körper genannt werden. Grundsätzlich sagt man ihnen die Wirkung nach, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.
Diterpene Diterpene gehören zur Gruppe der Terpene, denen eine sehr vielfältige Wirkungsweise nachgesagt wird. Zur Klasse der Diterpene gehören rund 2700 Substanzen. Die bekanntesten sind Taxol, Rosmanol und Ginkgolide, die unter anderem auch in Rosmarin und Ginkgo zu finden ist. Vitamin A ist das bekannteste Diterpen, das für die Sehfähigkeit sowie das Wachstum von großer Bedeutung ist.
ätherische Öle Mit Blick auf gängige Naturheilverfahren gelten ätherische Öle als die wichtigste Essenz der Pflanze, die sowohl physische als auch psychische Prozesse im Körper positiv begünstigen können. Beim Mönchspfeffer bestehen diese Öle vornehmlich aus Cineol, alpha-Pinen und Sabinen. Grundsätzlich sagt man ätherischen Ölen eine durchblutungsfördernde Wirkung nach.
fette Öle Unter fetten Ölen versteht man die sogenannten Wirkstoff-Öle, die Bestandteil von Salben, Cremes oder Massage-Ölen sind. Durch ihre intensive Wirkung, ihre Farbe oder ihren aufdringlichen Geruch werden sie nur selten pur verwendet.
Da der Mönchspfeffer vom Mittelmeergebiet bis nach Westasien beheimatet ist, findet sich hier auch die bewegte Geschichte der Heilpflanze. In alten Schriften sind solche oder ähnlich Ausführungen zu lesen: In der mittelalterlichen Kirche erlangte der Mönchspfeffer einen besonderen Status. Er soll Nonnen und Mönchen dabei helfen, das abgelegte Keuschheitsgelübde einzuhalten. Mönchspfeffer soll den Geschlechtstrieb von Männern und Frauen dämpfen und unkeusche Gelüste bekämpfen. Damals trugen Mitglieder von Orden Amulette aus Mönchspfeffer. Außerdem war die Pflanze in nahezu jedem Klostergarten zu finden. Oftmals nutzte man die nach Pfeffer riechenden und schmeckenden Früchte als Würzmittel in der Klosterküche.

Wirkung & medizinische Anwendung von Mönchspfeffer

Klinische Studien konnten die Effektivität in der

mit Mönchspfeffer-Extrakt in standardisierter und kontrollierter Medikation nachweisen. In Deutschland ist dieses Medikament empfohlen. Es wird angenommen, dass einige Stoffe, die in der Pflanze gefunden wurden, Einfluss auf die Hypophyse haben, was die Effekte auf den Hormonhaushalt erklären würden. Eine Studie hat gezeigt, dass Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers an Opiatrezeptoren binden können; das wiederum könnte erklären, warum Mönchspfeffer PMS Beschwerden lindert. Der Wirkungsmechanismus ist nicht vollständig bekannt, es wird aber angenommen, dass es sich um dopaminerge Effekte handelt, die in einer Änderung der Prolaktin Sekretion resultieren. In geringeren Dosen, wie sie in vergangenen Jahrhunderten zur Unterdrückung des sexuellen Verlangens eingesetzt wurden, hemmt Mönchspfeffer die Aktivierung der Dopamin-2-Rezeptoren über kompetitive Bindung, was zu einem leichten Anstieg der Prolaktinfreisetzung führt. In höheren Konzentrationen ist die Bindungsaktivität ausreichend um die Freisetzung von Prolaktin zu verringern. Eine Studie hat herausgefunden, dass die Behandlung 20 gesunder Männer mit höheren Mönchspfeffer-Dosen mit einem leicht gesenkten Prolaktinspiegel einhergegangen sind, niedrigere Dosen aber  im Vergleich zu Placebos induzierten einen leichten Anstieg. Ein Senkung der Prolaktins beeinflusst den FSH (Follikel stimulierendes Hormon)- und Östrogenspiegel im weiblichen Körper; Testosteron beim Mann. Kaum verwunderlich ist die Ausweisung des Mönchspfeffers als ein Präparat, das besonders häufig in der Frauenheilkunde angewendet wird, denn zusätzlich zu den bereits erwähnten Anwendungsgebieten von Mönchspfeffer zeigt sich, dass es in den folgenden Teilgebieten positive Resultate erzielt hat:

  • bei der Optimierung des Reifungsprozesses der weiblichen Eizelle sowie der Verdichtung der weiblichen Gebärmutterschleimhaut (was eine Schwangerschaft begünstigen kann)
  • bei der Optimierung des weiblichen Hormonhaushalts (was eine Schwangerschaft begünstigen kann, aber auch die Symptome der Wechseljahre für Frauen besser durchlebbar macht)
  • bei der Senkung des Testosteronspiegels der Frau (was ebenfalls Voraussetzung für eine Schwangerschaft ist)
  • bei der Therapierung der Gelbkörperschwäche, die durch einen Progesteron-Mangel und einen Prolaktion-Überschuss die Chance auf eine Schwangerschaft deutlich schmälert,
  • bei der Unterstützung einer PCO-Therapie, bei der ein ungünstiger Hormonhaushalt für das Ausbleiben einer Schwangerschaft verantwortlich ist
  • bei der Reduzierung der Ausbildung von hormonbedingter Akne

Daneben hat sich Mönchspfeffer mittlerweile insofern etabliert, dass man dem Präparat eine detoxische Wirkung nachsagt, die nicht nur den Körper von giftigen Schadstoffen befreit (was auch die Ausbildung von Akne und Pickeln minimiert), sondern auch eine Stärkung des Immunsystems zur Folge hat. Darüber hinaus bietet Mönchspfeffer dem Körper aktiv seine Unterstützung bei etwaigen Infektionen an. Diese grundlegend positive Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden beider Geschlechter sowie die große Bandbreite an positiven Wirkmechanismen auf den weiblichen Hormonhaushalt wird noch durch eine Wirkweise ergänzt, die auch bei Männern zu beobachten ist: Auch beim männlichen Geschlecht wirkt Mönchspfeffer sich auf den Testosteronspiegel aus. Wie wichtig ein ausgewogener Testosteronspiegel für den Mann ist, hat eine Studie der kalifornischen Universität gezeigt, die herausgefunden hat, dass Männer mit einem erhöhten Testosteronspiegel auch ein höheres Risiko einer Prostatavergrößerung haben sowie häufig erhöhte Blutzuckerwerte hatten, was die Ausbildung einer Diabetes begünstigen kann.

Sonstige Anwendungen von Mönchspfeffer

In der Schwangerschaft sollte Mönchspfeffer nicht eingenommen werden aufgrund möglicher Komplikationen. Nicht empfehlenswert ist der Einsatz des Mönchspfeffers, um die Milchproduktion zu erhöhen. Dazu wurden in der Geschichte sehr geringe Konzentrationen verabreicht. In Insektenschutzmitteln und ebenso in Bodybuilder Ergänzungsmitteln ist Mönchspfeffer wegen seiner Wirkungen auf den Testosteronspiegel als Nebenkomponente enthalten. Darüber hinaus tut Mönchspfeffer nicht nur den Menschen gut – sondern erwiesenermaßen auch Pferden und sogar Hunden. Wann Mönchspfeffer in der Tierheilkunde eingesetzt wird, verrät die folgende Tabelle:

Mönchspfeffer für Pferde Mönchspfeffer für Hunde
Auf Stuten wirkt der Einsatz von Mönchspfeffer zyklusregulierend. So werden Probleme während der Rosse und zwischen den Rosseperioden reguliert. Verhaltensauffälligkeiten können so ausgeglichen werden. Bei dominanten Hengsten und Wallachen erleichtert die Gabe von Mönchspfeffer den Umgang. So können mögliche gefährliche Überreaktionen vermieden werden. Leidet ein Pferd am Equinem-Cushing-Syndrom (ECS) ist dies auf eine Erkrankung an der Hirnanhangdrüse zurückzuführen. Durch eine Minder-Produktion an Dopamin wird der Cortisol-Spiegel über die Maßen gesteigert. Mönchspfeffer kann hier ausgleichend wirken. Auch bei Hunden gleicht Mönchspfeffer Disharmonien und Über-/Unterproduktionen im Hormonhaushalt aus. Die Folge: Der Hund wird ausgeglichener. Experten sagen Mönchspfeffer nach, eine regulierende Wirkung auf liebeskranke Rüden zu haben.

Nebenwirkungen von Mönchspfeffer

Mögliche Nebenwirkungen treten nach der Einnahme von Mönchspfeffer nur äußerst selten auf. Experten raten bei Hautausschlag, Kopfschmerzen sowie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt das Präparat abzusetzen. Auch darf Mönchspfeffer keinesfalls eingenommen werden, wenn bereits hormonabhängige Krankheiten diagnostiziert wurden (z.B. Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, Endometriose). Wechselwirkungen können bei Medikamenten auftreten, die ebenfalls auf Dopaminrezeptoren wirken wie etwa Antipsychotika und Medikamente gegen Übelkeit. Frauen beobachteten häufig einen Anstieg des Körpergewichts, das auf Wassereinlagerungen zurückzuführen ist. Auch steigt das Hungergefühl zum erhöhten Östrogenspiegel an. Während der Stillzeit sowie wenn die Pille zur Verhütung eingenommen wird, ist es sinnvoll, vor der Einnahme von Mönchspfeffer mit dem Gynäkologen Rücksprache zu halten.

Präparate mit Mönchspfeffer

Es gibt eine Vielzahl von Präparaten auf dem Markt. Sämtliche marktreifen Präparate enthalten alkoholische Auszüge aus den Früchten des Mönchspfeffers. Es gibt sie

in diesen Präparaten ist ein Trockenextrakt enthalten. Als Tinktur sind Mönchspfeffer-Präparate auch in Form von Tropfen erhältlich. Die Arzneimittel unterscheiden sich hinsichtlich ihres so genannten Droge-Extrakt-Verhältnisses. Dieses Verhältnis gibt an, wie viele Teile des Ausgangsmittels (Trockendroge) 1 Teil Extrakt entspricht. Das Verhältnis 10:1 heißt, dass für die Herstellung von 1 g Trockenextrakt insgesamt 10 g getrocknete Mönchspfefferfrüchte verwendet wurden. Die Arzneimittel unterschiedlicher Hersteller lassen sich jedoch nicht absolut miteinander vergleichen. Grund dafür ist, dass die Hersteller unterschiedliche Prozesse nutzen, um die Präparate zu fertigen. Das gewählte Auszugsmittel, die eingestellte Verarbeitungstemperatur und die Art der Aufarbeitung beeinflussen die Ergebnisse ganz erheblich. Sollte bei einem Patienten einmal ein Präparat nicht in der gewünschten Weise anschlagen, kann es durchaus sinnvoll sein, auf ein Arzneimittel eines anderen Herstellers auszuweichen. Eine kleine Besonderheit in der Riege der Mönchspfeffer-Präparate stellt der Tee dar, denn dieser wird in aller Regel aus den Samen der Pflanze produziert. Die Wirkung ist ähnlich wie bei anderen Mönchspfeffer-Produkten. Sollen ganz gezielt die Symptome der Wechseljahre miniert werden, wird Mönchspfeffer häufig mit dem Frauenmantel kombiniert, der nicht nur die Symptome der Wechseljahre mindert, sondern auch eine Schwangerschaft begünstigt. Wer Mönchspfeffer-Tee trinken möchte, sollte dies maximal über einen Zeitraum von sechs Wochen tun. Täglich zwei Tassen am Tag sind hierbei empfehlenswert. Daneben gibt es mittlerweile Mönchspfeffer-Präparate, die speziell für den Verzehr durch Pferde und Hunde hergestellt wurden. Meist lassen sich diese leicht unter das Futter der Tiere mischen.

Anwendungshinweise

Mönchspfeffer-Präparate entfalten ihre Wirkung erst mit fortschreitender Zeit. Eine Behandlung muss über mehrere Wochen und Monate durchgehalten werden, bevor sich die Besserung der Symptome einstellt. Auch bei eintretender Besserung ist ein Weiternehmen des Mittels in Absprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich. In der Regel werden alle Produkte täglich morgens auf nüchternen Magen eingenommen, doch auch hier gilt die individuelle Verordnung des Arztes. Da Mönchspfeffer-Präparate unter Umständen auf die Milchproduktion in der weiblichen Brust wirken, sollten Arzneimittel während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Auch wenn Mönchspfeffer rezeptfrei erhältlich ist, empfiehlt es sich im Hinblick auf die richtige Dosierung, den Rat eines Arztes einzuholen. Die folgende Tabelle kann hier nur Richtwerte zu den häufigsten Anwendungsgebieten liefern.

Beschwerden Präparate Dosierungshinweis
PMS Bei der Behandlung von PMS werden in erster Linie Kapseln oder Tabletten verwendet. Doch auch Tee, Samen, Tropfen und Früchteextrakt sind denkbar. Möglich ist dabei die Behandlung mit 40 mg Mönchspfeffer-Fruchtextrakt für den Zeitraum von drei Monaten. Auch verordnet wird die Einnahme derselben Dosis, allerdings in abgestufter Form: Im 1. Zyklus wird das Präparat täglich eingenommen, im 2. Zyklus nur in der zweiten Hälfte und im 3. Zyklus nur während der Periode und bei auftretenden Beschwerden. Über sechs Monate erstrecken kann sich die Behandlung dann, wenn ab dem 2. Zyklus nur bei Beschwerden Mönchspfeffer eingenommen wird.
Wechseljahre Am häufigsten kommt hier eine Behandlung mit Mönchspfeffer Kapseln und Tee vor. Doch auch Samen, Tabletten, Tropfen und Fruchtextrakt sind denkbar. In aller Regel wird eine Behandlungsdauer von drei Monaten angesetzt. 40 bis 80 mg Fruchtextrakt oder ein bis zwei Kapseln täglich lautet in diesem Fall die Dosierungsempfehlung.
Prolaktin-Hemmung Kapseln werden hier am häufigsten verordnet, doch auch Tee aus Mönchspfeffer findet hier Anwendung. Um das Abstillen nach Schwangerschaft und Stillphase zu erleichtern, wird zweimal täglich Mönchspfeffer eingenommen. Diese Dosierung wird etwa drei bis sechs Tage angewandt.
Begünstigung einer Schwangerschaft Tabletten und Kapseln werden hier am häufigsten verordnet, doch auch Tee, Tropfen und Fruchtextrakt können zur Begünstigung einer Schwangerschaft eingenommen werden. Eine tägliche Ration von 40 mg Mönchspfeffer ist hier die gängige Dosierungsempfehlung. Diese kann bis zum Eintritt der erwünschten Schwangerschaft genommen werden.
Schmerzen während der Regelblutung Tabletten, Kapseln und Tees werden hier am häufigsten zur Linderung der Beschwerden empfohlen. Ihre Wirkung zeigen jedoch auch Tropfen und Fruchtextrakt. Die Einnahme beginnt drei bis vier Tage vor der Monatsblutung sowie über die Dauer der Menstruationsblutung hinweg. Nach drei Monaten konsequenter Einnahme ist eine Linderung zu erwarten.

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